Von Hamstern, Helden und 40 Jahren Rettungsdienstgeschichte - Kreisverband Emmendingen e.V.
· Pressemitteilung

Von Hamstern, Helden und 40 Jahren Rettungsdienstgeschichte

Endingen feiert ein besonderes Jubiläum: Die Rettungswache an der Kenzinger Straße 4 wird stolze 40 Jahre alt.

Vom Altenheim ins Gaswärterhäuschen
Die Anfänge der Rettungswache Endingen waren alles andere als glamourös. Bis 1984 residierte die Wache bescheiden im Altenheim der Stadt – und das auch nur tagsüber von 08:00 bis 18:00 Uhr. Doch mit steigender Anzahl an Rettungseinsätzen wurde ein neuer Standort gesucht und gefunden: das ehemalige Gaswärterhäuschen in der Kenzinger Straße 4. Seit dem 1. Januar 1985 wird hier rund um die Uhr gearbeitet und gerettet.

Der Umzug war ein echtes Gemeinschaftsprojekt. Mit über 1600 Stunden Eigenleistung und tatkräftiger Unterstützung des Bauhofs wurde aus der alten Hausmeisterwohnung ein für damalige Verhältnisse moderner Arbeitsplatz. Fast zeitgleich zog der DRK-Ortsverein mit ein und feierte am 13. Juni 1985 Einweihung. Das Ergebnis: Eine Wache, die von Anfang an mehr als nur ein Arbeitsort war – ein Ort mit Herz.

Ein riesiges Einsatzgebiet und viel Verantwortung
Die Rettungswache Endingen deckt ein beeindruckendes Gebiet von knapp 150 Quadratkilometern ab. Dazu zählen Gemeinden wie Bahlingen, Endingen mit Amoltern, Kiechlingsbergen, Königschaffhausen, Eichstetten, Forchheim, Malterdingen, Riegel, Sasbach, Jechtingen, Leiselheim, Weisweil und Wyhl. Dazu kommen noch die Ausläufer des Schwarzwaldes und etwa 15 Kilometer der Autobahn A5 hinzu. Jede Ecke, jeder Kilometer birgt seine eigenen Herausforderungen – und die Rettungswache meistert sie alle mit Bravour.
 

Anekdoten, die das Leben schreibt
40 Jahre Rettungswache bedeuten nicht nur harte Arbeit, sondern auch Geschichten, die ein Schmunzeln ins Gesicht zaubern. Wie die des Enkels, der seine Oma mit gebrochenem Oberschenkel kurzerhand selbst zur Wache fuhr. Oder die kuriosen Nächte, in denen Menschen wegen eines beleuchteten Roten Kreuzes an der Fassade klingelten – in der festen Überzeugung, es handle sich um eine Apotheke. Nach unzähligen nächtlichen Aspirin-Anfragen blieb irgendwann nur eines: Die Beleuchtung wurde abgeschaltet.
In einer Zeit, als der Alltag noch weniger hektisch war und andere Vorschriften galten, lebten auf der Wache Hamster und Nymphensittiche. Ein Haustierprojekt, das für kleine Ruheinseln im oft stressigen Alltag sorgte. Im Gedächtnis geblieben ist allen ein Brand in einem Gebäude mit Sozialwohnungen in der Nachbarschaft, bei dem Patienten direkt in der Rettungswache von den niedergelassenen Ärzten behandelt wurden – ein Einsatz, der zeigt, wie flexibel und schnell das Team in Ausnahmesituationen agieren kann.

Blick nach vorne
Die heutige Rettungswache hat ihre besten Jahre hinter sich. Doch die Zukunft für das Hauptamt ist vielversprechend: Für 2029 ist ein Neubau geplant – gemeinsam mit der Feuerwehr, hochmodern und bestens gerüstet für kommende Herausforderungen. Damit wird sichergestellt, dass der Rettungsdienst in Endingen auch in den nächsten Jahrzehnten auf höchstem Niveau arbeiten kann. Für den Ortsverein ist die Zukunft noch kein ganz sicherer Faktor. Das Tor der Garage des Ortsvereines ist in einem schlechten Zustand, und auch die Umkleideräume lassen zu wünschen übrig. Die ehrenamtlichen Rettungskräfte setzen sich stark dafür ein, um diese Mängel zu beheben und optimale Bedingungen für die Helfenden zu schaffen, da noch eine längere Zeit überbrückt werden muss, bis eventuell neue Räumlichkeiten zur Verfügung stehen.  

Zum 40-jährigen Jubiläum darf mit Stolz zurückgeblickt werden: auf die bewegte Geschichte, die vielen engagierten Menschen und die unzähligen Leben, die gerettet wurden. Herzlichen Glückwunsch, Rettungswache Endingen – auf die nächsten 40 Jahre voller Teamspirit, Mut und Menschlichkeit!

Auf dem Bild: Andreas Dorst und Leon Weiß, Rettungskräfte der Rettungswache Endingen